Ferientour in die Dolomiten

Samstag 27. Juli, Winterthur – Prato all Isarco, Nigerpass, Karerpass, Passo di S. Pellegrino
88 km ca. 2470 Höhenmeter 

Um 5.30 Uhr treffen wir uns am Rosenberg–Parkplatz. Die Dolomitentour kann beginnen. Da wir die Velos am Vorabend schon in den Anhänger verladen hatten, dauerte es nicht lange bis wir abfahren können.
Aber halt! Da fehlt doch noch einer, wo ist Maz? Schon klingelt mein Handy. „Ich bin leider verspätet, es dauert mindestens noch eine halbe Stunde“. Hermi wie immer hilfsbereit sagt: „Er kann mit mir fahren, da ich sowieso mit meinem PW fahre“.
„Los alle einsteigen, die Dolomiten warten auf uns“. Über St. Gallen, Bludenz, Arlberg, fahren wir bis Innsbruck.
An einer „Rosenberger“ Raststätte machen wir Mittagshalt. Damit die Velofahrer in den verbleibenden 1 ½ Stunden Fahrt noch verdauen können. In Prato all Isarco angekommen staunt man zuerst über das schöne Wetter, zwischendurch hatte es geregnet, und über die Wärme. Emsiges Treiben auf dem Dorfplatz, als wäre eine Giroetappe im Gang, die Velos werden bereit gestellt, die Veloklamotten angezogen, Wasser für die Bidons wird gesucht und auch gefunden.
Die erste Etappe nach Alleghe kann beginnen. In Gruppen aufgeteilt fahren wir gleich in den Nigerpass, nach wenigen hundert Meter spürt man, das hier andere Temperaturen herrschen. Diese Hitze, und das am ersten Tag.
Eine kleine Abfahrt, ein paar Kurven in einem Dorf und da verschlägt es einem den Atem, 20 % Steigung. Einige hundert Meter im kleinstem Gang. Danach steigt es wieder zwischen 10 und 14 % bis zur Passhöhe.
Die Aussicht ist wirklich zum Geniessen, wir sind jetzt in den Dolomiten. Der bekannte „Rosengarten“ ist eine kleine Rast wert. Der Karerpass ist nur noch eine Gegensteigung mit knapp hundert Höhenmeter. Danach fahren wir hinunter nach Moena. Ein Touristenort mit Betrieb. Wir schleichen den Autokolonnen nach bis zur Abzweigung Richtung Passo di San Pellegrino.
Die Blüemigruppe startet hier die Ferientour, sie ziehen es vor, den ersten Tag ein bisschen lockerer zu nehmen. Sie haben wirklich recht gehabt, die 20% waren mörderisch.
Der letzte Pass ist von dieser Seite nicht steil, aber es gibt fast keine Kehren. Die langen Geraden gehen aber in die Beine. Die Abfahrt nach Cencenighe (schwierig auszusprechen) ist wieder mit steilen Rampen (18%).Fast im Tal angekommen, ein Tunnel vor uns. Schnell entscheide ich mich für die kleine Umfahrungstrasse. Pech gehabt, wieder ein Tunnel, ich fahre einige Meter hinein und bleibe stehen. Da fahre ich nicht durch, kein Licht, man sieht gar nichts. Also zurück, wir nehmen einen Feldweg. Es wäre besser gewesen wir hätten MTB dabei.Es geht über Stock und Stein und es gibt sogar einen harmlosen Sturz. Wieder auf dem richtigen Weg, fahren wir nach Alleghe. Wir werden schon erwartet. Schnell duschen und antreten zum Nachtessen.
Flavio 

Sonntag, 28.Juli, Passo Giau, Passo Tre Croci, Passo di Falzagero
136 km ca. 3300 Höhenmeter

Heute ist der zweite Tag. Die drei happigen Steigungen des Vortags – eigentlich als lockeres Einfahren gedacht – sind noch in unseren Knochen. Das heutige Programm ist wieder nicht zu verachten, und beim Studieren des Profils kommt ein etwas mulmiges Gefühl auf: 110 Km und 3000 Höhenmeter (am Schluss werden fast 130 Km und ca 3300 Höhenmeter draus, da unser Gruppenleiter, Flavio, das Pensum als zu wenig hart erachtet und kurzfristig eine zusätzliche Schleife von 15 Km und einigen hundert Höhenmetern anhängt) Nach den ersten paar flachen Kilometern nach ‚Caprile’ fängt es an zu steigen, via di ‚Selva di Cadore’ und dann in den ‚Passo di Giau’. Zuerst ist die Steigung noch relativ leicht, aber dann wird sie immer steiler und fällt bis zur Passhöhe kaum noch unter 10%. Der Sonntagsverkehr ist ziemlich stark, und die Abgase der vielen Motorräder und Autos machen das Atmen auch nicht einfacher. Die verschienenen Stärkegruppen sind schon ziemlich in die Länge gezogen. Ich bin mit Bruno unterwegs, der mir alles abverlangt. Wir überholen Christa, die einen Autofahrer verflucht, der sie in eine Dieselwolke hüllt. Auf der Passhöhe eröffnet sich ein wunderbares Panorama mit den typischen, steil aufragenden Granitformationen. Die zügige Abfahrt bringt uns in wenigen Minuten ins 1000 Meter tiefer gelegene ‚Cortina d’Ampezzo’, wo wir die leeren Batterien mit einem Teller Spaghetti wieder füllen.
Gleich nach dem Essen geht’s wieder hoch (der volle Magen lässt grüssen), aber die 600 Meter zum ‚Passo tre Croci’ sind relativ harmlos und definitiv die Mühe wert. Vor uns türmen sich die imposanten und berühmten „Drei Zinnen“ auf. Auf unserer linken Seite das mächtige Cristallo Massiv, das wir, zuerst am schönen Misurina See vorbei und dann über Schluderbach und zurück nach Cortina umrunden. Wirklich eine lohnende Tour. Aber das letzte, und nicht das einfachste, Hindernis des Tages steht noch vor uns: der ‚Passo di Falzarego’.
Bevor wir ihn in Angriff nehmen, verabreichen wir uns noch eine geballte Ladung Zucker in Form einer grossen Cola. Der Aufstieg erweist sich glücklicherweise als nicht so steil wie der benachbarte ‚Giau’, sodass wir nicht allzu stark zu beissen haben. Dafür macht Flavio das ‚Rennen’ schwer; das passiert immer, wenn er seine geheimnisvolle, kleine Flasche angesetzt hat. Was da wohl drin ist? Auf dem Kulminationspunkt ist der Tag praktisch gelaufen. Der Rest ist nur noch Dessert, und wir geniessen die verbleibenden 20 Km Abfahrt zurück nach Alleghe, wo wir uns ein wohlverdientes grosses Radler gönnen.
Heinz   

Montag, 29. Juli, Passo Pordoi, Passo di Sella, Passo di Gardena, Passo di Campolongo
100 km ca. 2340 Höhenmeter

Die Sella Runde stand auf dem Programm. Bei wiederum schönem Wetter begaben wir uns nach einem guten Frühstück auf die Reise über die vier Pässe Pordoi, Passo di Sella, Passo di Gardena (Grödnerjoch) und schliesslich den Passo di Campolongo. Unter dem sehr angepassten Tempodiktat unsers Chefs Fredel fuhren wir Richtung Caprile los. Es blieben uns einige wenige flache Kilometer bis wir unser für diese Ferientour geltende Terrain erreichten, nämlich "ufe", "abe", "ufe", "abe" usw. Es galt nun also auf 2242 müM zu steigen. Die ganze Gruppe fuhr gemeinsam zur Passhöhe des Pordoi. Nach einerseits dem Entleeren der Blasen und andererseits Auftanken der Bidons ging es weiter in Richtung Passo di Sella. Im Aufstieg zu diesem kamen uns nun die ersten einer nicht enden wollenden Kolonne von "Leidensgenossen" einer Touren-Radsportveranstaltung entgegen. Wohlgemerkt unter der Führung von Polizei-Motorradfahrern (Fast wie bei uns). Auch während der ganzen Abfahrt bis zur Abzweigung zum Grödnerjoch konnten wir die uns Entgegenkommenden anfeuern. Beni zeichnete da besonders  aus, seine Stimme wurde jedenfalls arg strapaziert. Nachdem wir auch noch das Grödnerjoch erklommen hatten, machten wir anfangs Corvara unsere Mittagspause. Das berühmte Spaghetti-Rennfahrer-Menü stand innert kürzester Zeit vor uns. Mit Heisshunger machten wir uns darüber her und wir nahmen frisch gestärkt die restlichen Kilometer unter die Räder. In der Zwischenzeit erschien auch noch die Gruppe Flavio am "Trog", sie mussten dann aber etwas länger auf ihren Food warten. Zwischen uns und dem Ziel türmte sich nur noch der Passo di Campolongo auf, wobei Auftürmen vielleicht etwas übertrieben ist, betrug doch die Höhendifferenz nur noch ca. 350 Meter. Nach der Passhöhe konnten wir eine herrliche Abfahrt wieder nach Caprile geniessen. Von dort standen uns noch die eingangs erwähnten flachen Kilometer nach Alleghe bevor. Hier zeigte Fredel uns allen "wo de Barteli de Moscht holt". Trotz Gegenwind fuhr er mit Geschwindigkeiten immer um die 40 km/h herum heimwärts. Noch vor dem nun aufziehenden Gewitter kamen alle gesund und zufrieden im Velokeller an. Als Neuling in dieser Gruppe fühlte ich mich pudelwohl und ich danke Fredel für die umsichtige Führung der Gruppe. Bei einem kühlen Radler liessen wir den sportlichen Teil des Tages ausklingen.
Wulli 

Dienstag 30. Juli 2002
Mountainbike-Tour 

Nach 3 Tagen mit dem Velo auf der Strasse ruft nun endlich der richtige Berg und wir Mountainbiker (Karin, Stefan, Willi, Willi H. und Hansi) packen unsere Bikes, um die Region um Alleghe per Bike zu erkunden. Auf Anraten unseres Hotel-Chefs absolvieren wir die „Civetta Superbike“ - Strecke. Dies ist eine Rundstrecke von 50km mit über 2200 Höhenmetern. Während den ersten 10 Kilometern werden wir vom Chef persönlich begleitet. Er zieht jedoch seinen Landrover dem Bike vor und begleitet uns mit seinem Auto. Er zeigt uns jeweils die wichtigen Wegkreuzungen, damit wir auch ja den richtigen Downhill am Schluss der Tour erwischen. Nach gemütlichem Einfahren bis zur Mittelstation der Luftseilbahn folgt nun ein erster steiler Aufstieg. Auf der Skipiste müssen weitere über 500 harte Höhenmeter erklommen werden. Doch die folgende Abfahrt über kleine Singletrails entschädigt uns für den anstrengenden Aufstieg total. Kaum hat die Abfahrt begonnen, ist Willi L. bereits spurlos verschwunden, denn er flitzt so schnell über Stock und Stein ins Tal, dass wir ihn erst wieder unten vor dem nächsten Aufstieg antreffen. Nach einem weiteren harten Aufstieg haben wir den Apfelstrudel in der Bergstation getestet und so auch eine optimale Voraussetzungen für eine weitere lange und harte Abfahrt geschaffen. Zahlreiche Aufstiege und Abfahrten liegen hinter uns bis wir ein weiteres Mal eine italienische Alphütte besuchen und den herrlichen Sonnenschein mit dem grandiosen Dolomitenpanorama geniessen.
Als Krönung der Tour erwartet uns ein spektakulärer Downhill über kleine steile Singletrails. Willi H. bevorzugt anstelle der „gefährlichen“ Abfahrt die asphaltierte Strasse um ja keinen Sturz zu riskieren, doch auch er hat seine liebe Mühe mit der Abfahrt gehabt, denn er hat mit grossem Tempo eine Katze überfahren. Glücklicherweise ist ein Sturz ausgeblieben und auch die Katze läuft wieder auf allen Vieren.
Den Abend verbringen wir nach dem reichhaltigen und guten Nachtessen in der Bar des Hotels Alleghe zusammen mit dem Hotelchef bei Grappa und Bier und lassen uns eine weitere Tour für Donnerstag nach dem Motto „je steiler desto besser“ zusammenstellen.
Hansi

Mittwoch 31.Juli, Forcola di Aurine, Passo di Cereda, Passo di Rolle, Passo Valles
113 km ca. 2750 Höhenmeter  

Am heutigen Tag, Mittwoch 31. Juli, werden wir genauso früh wie an den anderen Tagen zum Zmorge erwartet: um 7.30 Uhr (darum bevorzuge ich selber das Wort „Früh“-stück. Zum Glück fahre ich heute mit 11 Kollegen in der „Leuen“-Gruppe und es geht die ersten 20 km bergab. Bis Agordo, oder fast bis halb zehn, kann ich also noch etwas schlafen. Dann beginnt der Forcola de Aurine. Das Wetter ist (noch) traumhaft, die Stimmung in der Gruppe ist hervorragend, wenn auch anfangs  etwas ruhig (obwohl Beni und Hermi mitfahren!). Unterwegs stossen wir auf einen entsetzten Fritz B., der Sattelbruch erlitten hat. Etwas später dann haben wir selber mit Materialpech zu tun: Hermi hat einen Platten, und zwar zum 4. Mal diese Woche ist das Hinterrad leidtuend. Nachdem der Schlauch ausgewechselt worden ist, ist Hermi darum besorgt diesen möglichst schnell auf 8 bar zu bringen. Leider kann sich der Schlauch, für Hermi unbemerkt, den Fesseln des Pneus entziehen – und PÄNG!!!! kriegen wir einen Vorschuss auf den 1. August und Schlauch Nr. 5 muss antraben. In der Folge stellen wir dann fest, dass die Felge einen scharfen Metallsplitter hat, der wohl Hermi’s ganzer Pechstrang auf dem Gewissen hat.
Langsam machen wir uns auf den Weg zu den 2 echten Pässen die heute auf dem Programm stehen: Passo di Rolle (1240 Höhenmeter über 24 km) und Passo di Valles (600 Höhenmeter über 6 km). Der erste Pass ist nicht so steil, hat aber viele, viele Kurven (für Toscana-Kenner): wie die Strasse von Suvereto nach Sassetta) , zudem ist es sehr warm. Wir fahren in Einerkolonne nach oben: erst Fredi (42x14), dann Mägi (32x19), dann Wulli (32x16), dann Astrid (30x19). Hermi (wahlweise zwischen 30x21 und 52x16) stellt das Konzept der Einerkolonne auf die Probe und „drängelt“ sich ab und zu nach vorne. Mindestens, meint Wulli.
Nach dem Mittagessen (Spaghetti ai Pomodori, was denn sonst?) , den obligaten Sprüchen in Richtung Serviertochter und einer Attacke eines „cane pericoloso“ (zum Glück war Tobias nicht dabei), nehmen wir die letzten 9 km, den Passo di Rolle, in Angriff. Bereits nach 2 Minuten beginnt es zu regnen und zu donnern. Während Aufstieg und Abfahrt verliere ich dann den Überblick über die Gruppe. Logisch: unter extremen Bedingungen (es ist nun vor allem in der Abfahrt auch sehr kalt) wird im menschlichen Verhalten das Softwareprogramm aus der Steinzeit aktiviert – jeder versucht so schnell als möglich nach Hause zu kommen. Nur Fredi, Mägi, Astrid und ich bleiben zusammen, da sind die Frauen „schuld“, natürlich. Leider ist die Regenfahrt nicht bildlich dokumentiert.
Das Nachtessen ist gewohnt gut, die Abläufe in der Küche werden mit jedem weiteren Tag routinierter und Beni bestellt wieder den gleichen Merlot. Dieser hält ihm nicht davon ab, mit neuen Beiträgen seiner surrealistischen Bildsprache zu kommen – und unsere Bauchmuskeln zu strapazieren. Zum Dessert gibt’s dann eine  Riesentorte, die unter der Regie von Flavio den Speisesaal eingelost wird. Mehrstimmig wird ein „Happy Birthday“ eingesetzt, wobei die Basstöne das vokale Spektrum dominierten. Was ja nach ca. 2750 Höhenmeter nicht verwunderlich ist.
Stark beeindruckt bedanke ich mich. Heute ist mein Geburtstag.
Ad

Donnerstag, 01. August 2002, Rund um den Monte Civetta
78 km ca. 1900 Höhenmeter 

Heute fahren 8 Teilnehmer in der „Blüemligruppe" über 2 Pässe und ca. 80 km Distanz. Noch vor dem Start ist Fototermin mit allen Ferientour-Teilnehmern. Um 9.00 Uhr fährt unsere Gruppe (Elsi, Christa, Peter, Dieter, Fritz, Adrie, Willi und ich) los. Schon nach wenigen Kilometern (an der ersten Steigung) holt uns die Gruppe Flavio ein. Wir verabreden einen weiteren Fotohalt für unsere Gruppen bei der nächsten Aussichtsplattform.  Nachher geht es weiter bergwärts zur Forcella Staulanza (1773 m) und wieder hinunter nach Dont (900 m). Hier trifft sich unsere Gruppe wieder und wir beschliessen noch den Passo Duran (1601 m) vor dem Mittagessen zu erklimmen. Jeder verzehrt noch eine Kleinigkeit und dann fahren wir in die ersten Kehren hinein. Die Strasse ist sehr, sehr steil und für uns alle bedeutet dies eine grosse Willensleistung. Glücklich und müde kehren wir im Bergrestaurant ein und freuen uns auf ein gutes Essen. Wir beobachten wie der Hund des Wirtes die Brötchen auf den Tischen „abschleckt“ und so sind wir uns ohne grosse Worte sofort einig: Nein, hier essen wir nichts! Also fahren wir hinunter nach Agordo. In der Abfahrt stellt sich uns mitten auf der Strasse eine Geiss entgegen. Sie lässt sich durch uns aber in ihrem Tun nicht beirren. Peter schiesst schnell ein Foto und weiter geht’s.
Nach Agordo finden wir eine gemütliche Pizzeria, wo wir uns im Garten von einer sehr netten und hübschen Serviertochter verwöhnen lassen. Bei bester Stimmung genießen wir Pizza, Teigwaren und einige von uns sogar ein Bier. Es wartet ja nur noch eine knapp 20 km leicht steigende Strecke auf uns. Ganz gemütlich nehmen wir den Heimweg unter die Räder. Zufrieden und glücklich über die vollbrachte Leistung nehmen wir bei schönstem Wetter in der Gartenbeiz unseres Hotels die obligatorischen „Radler“ zu uns. Prost!
Leiter Blüemligruppe
Kurt Sch.

Donnerstag 01. August 2002 Mountainbike-Tour 

Ausgangspunkt der heutigen Tour ist der Passo di Falzarego. Freundlicherweise können wir die Velos in den Landrover vom Chef verladen, welcher uns auf den Passo di Falzarego chauffiert. Wir werden von ihm sogar neu eingekleidet und erhalten je das Siegertrikot vom „Civetta Superbike“. Nach kurzer Fahrt über den Passo di Valparola hinunter nach Armentarola beginnt die eigentliche Mountainbiketour. Bereits nach ca. 30 Minuten Fahrzeit müssen wir unsere Bikes tragen und zwar über eine halbe Stunde lang. Gute Wander- bis Kletterkünste sind gefragt. Nach kurzer Abfahrt folgt das Highlight des Tages. Ein extrem steiler Aufstieg wartet auf uns. Sogar Willi H. muss für einmal seine kleine Scheibe benützen, um die Wand zu bezwingen. Oben angekommen stärken wir uns mit Spaghetti oder Hirschragout für den zweiten Teil des Tages. Bei den Abfahrten enteilt uns Willi L. immer wieder von neuem, doch wir finden ihn glücklicherweise auch immer wieder und können ihn so auch aus misslichen Lagen befreien. So lernt er die Tücken von Barrieren kennen, die den Weg versperren. Auf Hilfe wartend finden wir Willi L. im Kopfstand zusammen mit seinem Bike, den er beim „umfahren“ der Barriere wohl eher unfreiwillig gemacht hat.
Von Cortina d’Ampezzo geht es mit der Gondelbahn hoch in Richtung Passo di Falzarego. Den Rest bis zum Pass hinauf führt ein schöner Höhenweg, welcher mehr oder weniger gut (einige Trage und Laufpassagen) mit dem Bike befahren werden kann. Die Abfahrt zum Hotel erfolgt über die Passtrasse.
Hansi

Freitag, 02. August 2002, Passo die Valparola und Campolongo
78 km ca. 1825 Höhenmeter 

Beim Frühstück wird Fredi mit einer Torte zum 50. Geburtstag beglückwünscht. Bei schönstem Wetter starten heute 11 Teilnehmer in der Blüemligruppe. Während des langen aber schönen Aufstieges auf 2192 m Höhe geniessen wir das Panorama und kommen nach einer rasanten Abfahrt um ca. 12.00 Uhr in unserem geplanten Mittagsort „Corvara“ an. In einer Pizzeria stärken wir uns und nehmen dann den letzten Pass dieser Ferientour - den „Campolongo“ - in Angriff. Uns allen läuft es recht gut und Elsi ist ganz überrascht, dass wir schon oben angelangt sind. In Arabba ist der nächste Halt geplant. Hier genehmigen wir uns noch einen Kaffee und etwas Süsses dazu. Von hier geht es praktisch nur noch bergab bis zum Hotel. In Caprile 3 km vor dem Hotel will Christa noch einkaufen. Mit Schrecken stellen wir dort fest, dass ich meine Rucksack mit Regenjacken, Stulpen, Werkzeug, etc. In Arabba vergessen habe! Ich stehe zu meinem Fehler und nehme den Aufstieg wieder in Angriff. Christa fährt inzwischen ins Hotel. Dieter teilt mir per Handy mit, dass er ebenfalls seine Regenjacke in Arabba vergessen hat! Erleichtert und glücklich finde ich alle Sachen im Restaurant vor. Gerne gebe ich dem Wirt ein kleines Trinkgeld. Um ca. 17.00 Uhr bin auch ich in unserem Hotel zurück. Es gilt wieder einmal das alte Sprichwort: „Wer keinen Kopf hat, hat dafür Beine!“
Leiter Blüemligruppe
Kurt

Samstag, 03. August 2002, Heimreise, zum Teil mit Velo
138 km ca. 915 Höhenmeter

Am Donnerstag und Freitag wird emsig über den letzten Ferientag bzw. den Rückreisetag diskutiert. Einige sind der Meinung man sollte nach 7 Tagen Velofahren am 8. Tag auch ohne Velo auskommen und die ganze Strecke im Bus zurücklegen. Andere möchten die zu fahrende Strecke verkürzen oder leichter gestalten. Wieder andere bestehen auf das ausgeschriebene Programm !
Flavio entschließt sich für einen Kompromiss und schlägt eine leichte Strecke vor, die mehrheitlich abwärts bis nach Levico - unweit von Trento - führt.
Am Samstag läuft alles nach Plan und wir Velofahrer ( 18 Vergiftete) fahren um ca. 9.00 Uhr vom Hotel los. Nach zwei bis drei Stunden zügiger Fahrt durch eine sehr schöne und abwechslungsreiche Gegend sind wir noch weit vom Ziel entfernt. Wir treffen leider eine gute Stunde später als vorgesehen im Restaurant ein.
Trotz Vorbestellung des Essens dauert es im schönen Seerestaurant sehr lange bis wir unsere Teigwaren bekommen. Mit Heißhunger verschlingen wir die Makkaroni und bezahlen sofort. Zum Leidwesen unserer "Busfahrer" müssen sie über 3 Stunden bis zur Weiterfahrt warten. Ich habe volles Verständnis dafür, dass sie ungeduldig und ärgerlich wurden. Ich bin aber auch sicher, dass Flavio seinen Entscheid in dieser Art nicht aus Missachtung gegenüber den Nichtvelofahrern oder den schwächeren oder älteren Teilnehmern so gefällt hat. Ich denke wir alle haben eine wunderbare Woche zusammen verbracht, wo die Kameradschaft und Freundschaft sehr ausgeprägt zum Tragen gekommen ist. Wir alle sollten diese schönen Tage in bester Erinnerung behalten und die drei Stunden Wartezeit und den Frust über die zwei Stunden Verspätung in Winterthur so schnell als möglich vergessen! Auf eine neue interessante und unfallfreie Ferientour freut sich Euer
Leiter der Blüemligruppe
Kurt

Gefahren sind wir 828 km, sind über 21 Pässe und haben ca.17 600 Höhenmeter gemacht.

Ferientour 2002